Märkte im Fokus: Industrielle Automatisierung und Robotik

Königsdisziplin des Maschinenbaus

Die zeitgemäße Produktion ist schneller, flexibler und effizienter. Nur mithilfe der Automatisierungstechnik können Unternehmen ihre aktuelle Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern, die Abwanderung von Know-How verhindern und in neue Märkte eintreten. Senkung der Stückkosten, Steigerung von Qualität und Sicherheit sowie hohe Produktivität können heute nur in hocheffizienten automatisierten Betrieben erreicht werden. Das bedingt einen permanent steigenden Bedarf nach industrieller Automatisierung im Mittelstand.

Die Automatisierungslösungen werden dabei in zahlreichen Bereichen der Technik angewendet: Sensorik und Messverfahren, Steuerung und Antrieb, Mensch-Maschine-Kommunikation und Konnektivität, Komponenten und Software sowie industrielle Bildverarbeitung.

Wie der aktuelle Lagebericht des VDMA zeigt, hat der deutsche Markt für Automatisierungstechnik mit einem Umsatz von 12,2 Mrd. Euro 2015 – 7 % mehr als im Vorjahr – ein signifikantes Wachstum erzielt. Die voraussichtliche Umsatzgröße im Jahr 2016 wird in der Branche auf 12,5 Mrd. Euro geschätzt. Durch die voranschreitende Globalisierung und das Aufstreben von Nationen wie China ist der Markt für Automatisierung und Robotik stark im Wandel. Der Wettbewerb sowie die Nachfrage sind in den letzten Jahren international stark gestiegen.

Obwohl Europa beim Automatisierungsgrad sehr weit fortgeschritten ist, wird hier ein weiteres Wachstum von 8 % pro Jahr zwischen 2017 bis 2019 vorausgesagt. Von ca. 8 % Wachstum im selben Zeitraum wird auch im drittwichtigsten Absatzmarkt, Amerika, ausgegangen. Präsent ist aber vor allem ein enormer Wettbewerbsdruck von Seiten asiatischer Wettbewerber, die bei Preis- und Finanzierungsfragen oftmals Vorteile verbuchen können. Dennoch hat der Standort Deutschland mit seiner hohen Innovationskraft weltweit eine große Bedeutung.

Dynamische M&A-Umgebung

Die derzeitige Förderung der Automatisierungstechnologien sowie das Interesse an Übernahmen und Wissenstransfer ist hoch. Im Markt für Unternehmenstransaktionen bewegt sich entsprechend viel. Die M&A-Aktivitäten haben sich die letzten Jahre deutlich gesteigert. Speziell bei der Montage- und Handhabungstechnik ist ein erheblicher Wandel zu sehen.

In Europa hat der Wert der Transaktionen seit 2008 mit 116 Deals und einem Gesamtwert von ca. 11,9 Mrd. USD einen neuen Höchststand erreicht. Dabei spielt Deutschland als größter europäischer Markt und Vorreiter auf dem Gebiet der Automatisierung eine bedeutende Rolle.

Der chinesische Investor Midea hält nun nach einer erneuten Beteiligung an dem deutschen Roboterhersteller KUKA AG 100% an dem Unternehmen.  Dabei liegt der KUKA AG eine Bewertung von ca. 4,5 Mrd. Euro zugrunde, was einem EBITDA-Multiplikator von 15,5 sowie einem Umsatz-Multiplikator von 3,2 entspricht.

Die Fair Friend Group, ein weltweit führender taiwanesischer Industrie-Mischkonzern, hat 2015 die MAG-Gruppe, einen führenden deutschen Anbieter von Maschinen- und Technologielösungen u. a. für die Bereiche Verfahrenstechnik und automatisierte Fertigung mit einem zuletzt erzielten Umsatz i.H.v. 500 Mio. Euro übernommen.

Im Januar 2017 hat sich MAX Automation an der ESSERT GmbH, einem Experten für die industrielle Automatisierung, insbesondere für die Digitalisierung von Automationsprozessen, beteiligt.
Auch für Finanzinvestoren ist die Automatisierungsbranche im Fokus. Capvis hat 2016 den Polyurethan-Maschinenhersteller Hennecke-Gruppe, den globalen Technologie- und Innovationsführer für Maschinen- und Anlagentechnik zur Verarbeitung von Polyurethan, von ADCURAM übernommen.

Quadriga Capital hat sich 2015 an der österreichischen weltweit tätigen M&R Automation GmbH beteiligt, die sich auf innovative Automatisierungslösungen im Bereich der Montage-, Mess- und Prüftechnik spezialisiert hat, und unterstützt sie bei der Umsetzung der Wachstumsstrategien und weiterer Internationalisierung.

Industrie 4.0 als Treiber von M&A-Aktivitäten

Die M&A-Aktivitäten im Markt für Automatisierung werden in den nächsten Jahren weiter signifikant ansteigen. Die Basis für eine Steigerung des Automatisierungsgrads in Deutschland gibt maßgeblich die Industrie 4.0 vor. Ihre Förderung steht derzeit auf dem Höhepunkt und stellt den ersten Schritt in der technologischen Entwicklung der Automatisierungstechnik dar.

Industrie 4.0 sieht allgegenwärtige Vernetzung von Menschen, Gegenständen und Maschinen vor, was zu neuen Produktionsumgebungen führt. Maschinen, Anlagen und Sensoren werden zukünftig miteinander kommunizieren und Informationen austauschen. Die Zukunft im Sinne der Industrie 4.0 wird zunehmend von wandlungsfähigen Smart Factorys geprägt sein, intelligenten Fabriken, die sich selbst organisieren.

Viele Unternehmen erkennen Vorteile und Herausforderungen der Industrie 4.0 noch nicht.

Die signifikante Höhe der Investitionen, die die Industrie 4.0 erfordert, kann die Unternehmen an der notwendigen Förderung ihrer Entwicklung hindern und sie mit der Zeit immer stärker ihre Zukunftsfähigkeit verlieren lassen. Es ist davon zunehmend auszugehen, dass viele mittelständische Unternehmen mit dem Tempo und dem technologischen Transformationsdruck, der von Industrie 4.0 bedingt wird, nicht mehr mithalten können.

Gerade mittelständische Familienunternehmen, die alleine unzureichend wettbewerbsfähig sind oder mittelfristig eine Nachfolgelösung brauchen, müssen sich frühzeitig damit auseinandersetzen, wie sie die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ihres Unternehmens besser sichern können. Die Nachfolgeregelung sollte dabei rechtzeitig angegangen werden, bevor die neuen Standards, die das Voranschreiten der industriellen Automatisierung mit sich bringt, die Realisierung der eigenen Unternehmensstrategie ausbremsen.

Unternehmensverkauf an einen strategischen Investor kann zur Nutzung sinnvoller Synergien und Economy-of-Scale-Effekte führen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten sowie Transfer von Technologie und Know-How ermöglichen.

Erfahrene Beteiligungsgesellschaften können auf der anderen Seite durch ihr Branchen-Know-How und ihr Netzwerk den Unternehmen dabei helfen, ihre Strategie effizient auszurichten, durch Buy-and-Build-Strategien fehlende Kompetenzen dazu zu kaufen, neue am Markt bewährte Lösungen zu integrieren und Altes zu aktualisieren. Die Unternehmen können dadurch ihre Produktion sowohl effizienter organisieren als auch viel flexibler auf die aktuellen Bedürfnisse des Marktes reagieren.

Die Folgen der fortschreitenden Internationalisierung in den Wertschöpfungsketten sowie die Zurückhaltung von Banken in der Finanzierung von Großprojekten führen dazu, dass die Möglichkeit, zuverlässige Finanzierungspartner an ihrer Seite zu haben, immer mehr zu einer Schlüsselfrage im Geschäft der Automatisierungstechnik geworden ist. Vor dem Hintergrund ihrer umfangreichen Transaktionserfahrung steht Hanse Corporate Finance in sehr engem Kontakt zu zahlreichen nationalen und internationalen Unternehmen sowie Beteiligungsgesellschaften und Family Offices des gehobenen deutschen Mittelstandes. Bei Ihren individuellen Fragen stehen wir Ihnen gerne mit unserem Branchen-Know-How und Marktkenntnissen beratend zur Seite.

Unter der Münchner oder Bremer Telefonnummer 089-2388769-0 / 0421-40896116 stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

 

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2017-05-07T14:08:23+00:00
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